Rechner
Teil von Betriebsnetze einrichten: VLAN, WLAN und Firewall für kleine Unternehmen
Welche Netzwerkkomponenten braucht ein Betriebsnetz? Router, Switch und Access Point
Welche Netzwerkkomponenten ein Betriebsnetz braucht: Router, Switch, Access Point, Firewall und Patchfeld mit Ports, Preisen und Geschwindigkeiten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Kernkomponenten tragen ein Betriebsnetz: Router, Switch, Access Point und Firewall.
- Switches gibt es mit 8 bis 48 Ports, meist mit 1 Gbit/s, im Kern mit 10 Gbit/s.
- Je Komponente sind netto etwa 80 Euro bis 3.000 Euro einzuplanen.
- Ein Patchfeld bündelt alle Leitungen und hält die Verkabelung dokumentierbar.
- Das BSI rät im IT-Grundschutz, das Netz in Segmente zu trennen und Zugriffe zu begrenzen.
Router: der Übergang nach außen
Ein Router verbindet das Betriebsnetz mit dem Internet oder mit einer Standortleitung. Er führt die Routingtabelle, übersetzt interne Adressen über NAT und verteilt per DHCP Adressen an die Endgeräte. Ohne Router bleibt ein Netz auf den eigenen Raum beschränkt.
Für kleine Betriebe reicht meist ein Gerät mit VPN-Funktion und einfacher Firewall. Wer zwei Standorte verbinden will, braucht auf beiden Seiten einen verschlüsselten Tunnel. Cisco führt Router für Zweigstellen, die sich zentral verwalten lassen.
Größere Flächen deckt ein Router mit eingebautem WLAN nicht ab. Sobald mehrere Räume versorgt werden müssen, übernimmt ein eigener Access Point die Funkversorgung.
Switch: die Verteilerstelle im lokalen Netz
Der Switch verteilt Daten innerhalb des lokalen Netzes. Er merkt sich, an welchem Port welche MAC-Adresse liegt, und leitet Frames nur dorthin weiter. Ein Hub würde jedes Paket an alle Ports senden, ein Switch nicht.
Modelle gibt es mit 8, 16, 24 oder 48 Ports. Acht Ports genügen einer Arbeitsgruppe, 24 oder 48 Ports bündeln eine ganze Etage. Die Anschlüsse laufen mit 1 Gbit/s, Uplinks zwischen Switches mit 2,5, 5 oder 10 Gbit/s.
Managed Switches erlauben VLANs, Portfilter und Link Aggregation. Unmanaged Switches arbeiten ohne Konfiguration und sind günstiger. Wer Gäste-WLAN, Telefonie und Bürorechner trennen will, braucht VLANs und damit einen managed Switch.
Netgear bietet Business-Netzwerkprodukte für kleine und mittlere Betriebe von 8 bis 48 Ports. Ein 24-Port-Switch mit 1 Gbit/s kostet netto etwa 150 bis 400 Euro.
Access Point: Funk für Laptop und Handy
Ein Access Point hängt per Kabel am Switch und versorgt Endgeräte per Funk. Er spannt eine eigene Zelle auf, in der sich Laptops, Handys und Scanner anmelden. Anders als ein Repeater verstärkt er kein fremdes Signal.
Als Faustregel gilt ein Access Point je 100 bis 150 Quadratmeter Bürofläche, bei vielen Trennwänden eher weniger. Geräte mit Wi-Fi 6 bedienen mehrere Clients gleichzeitig besser als ältere Modelle. Wer die Funkkanäle zentral steuern will, greift zu einem Modell mit Controller.
Power over Ethernet versorgt den Access Point über das Netzwerkkabel mit Strom. Eine Steckdose an der Decke wird damit überflüssig.
Firewall, Patchfeld und Verkabelung
Die Firewall prüft den Verkehr zwischen Betriebsnetz und Internet. Sie filtert Ports, blockt unerwünschte Verbindungen und protokolliert Zugriffe. In kleinen Betrieben sitzt sie im Router, ab etwa 20 Arbeitsplätzen lohnt eine eigene Appliance. Hinweise zur Segmentierung gibt der IT-Grundschutz des BSI.
Das Patchfeld ist eine Reihe von Buchsen im Serverschrank. Jede Wanddose endet dort auf einem festen Port. Beim Umzug eines Arbeitsplatzes wird nur das Patchkabel umgesteckt, die Leitung bleibt liegen.
Als Kabel dienen Cat.6 oder Cat.6A. Cat.6A trägt 10 Gbit/s über 100 Meter, Cat.6 nur über kurze Strecken. Zwischen Gebäuden kommt Glasfaser zum Einsatz.
Was die Komponenten kosten
Die folgenden Spannen sind Richtwerte aus dem Fachhandel, netto und ohne Montage.
| Komponente | Ports | Geschwindigkeit | Preis netto |
|---|---|---|---|
| Switch, unmanaged | 8 | 1 Gbit/s | 80 bis 150 Euro |
| Switch, managed | 24 bis 48 | 1 Gbit/s, Uplink 10 Gbit/s | 400 bis 1.500 Euro |
| Router mit VPN | 4 bis 8 | 1 Gbit/s | 150 bis 800 Euro |
| Access Point | 1 | Wi-Fi 6 | 100 bis 400 Euro |
| Firewall-Appliance | 4 bis 8 | 1 bis 10 Gbit/s | 400 bis 3.000 Euro |
| Patchfeld | 24 | 1 bis 10 Gbit/s | 80 bis 200 Euro |
Als Beispielrechnung: Eine Grundausstattung für zehn Arbeitsplätze mit Switch, Router, Patchfeld und zwei Access Points liegt netto bei etwa 1.500 bis 4.000 Euro.
In welcher Reihenfolge planen?
Wer ein Betriebsnetz aufbaut, geht am besten in dieser Reihenfolge vor:
- Bedarf erfassen: Arbeitsplätze, Dosen, Funkflächen und Reserven für die nächsten Jahre zählen.
- Verkabelung festlegen: Cat.6A für feste Strecken, Glasfaser zwischen Gebäuden.
- Switch dimensionieren: Portzahl plus 20 Prozent Reserve, Uplink nach Bedarf.
- Router und Firewall wählen: VPN, Segmentierung und Protokollierung prüfen.
- Dokumentieren: Dosen, Patchfeld und Switch beschriften und Adressen festhalten.
Diese Reihenfolge verhindert, dass ein Baustein später ausgetauscht werden muss.
Häufige Fragen
Braucht ein kleines Büro eine eigene Firewall?
Bis etwa 20 Arbeitsplätze reicht die Firewall im Router. Danach lohnt eine eigene Appliance mit getrennten Netzen und Protokollen.
Reicht ein Router mit WLAN für das ganze Büro?
Nur in kleinen, offenen Räumen. Sobald Wände oder mehrere Etagen dazwischen liegen, sind Access Points am Switch die bessere Lösung.
Wie viele Ports sollte der Switch haben?
Rechnen Sie einen Port je Arbeitsplatz plus je Access Point, Kamera und Drucker, dazu 20 Prozent Reserve.
Was kostet ein Betriebsnetz für zehn Arbeitsplätze?
Für Switch, Router, Patchfeld und zwei Access Points sind netto etwa 1.500 bis 4.000 Euro realistisch, ohne Verkabelung und Montage.
Ist ein Patchfeld wirklich nötig?
Technisch nicht, praktisch ja. Ohne Patchfeld hängen die langen Leitungen direkt am Switch, und jede Änderung wird zur Fummelei.