Rechner
Teil von Datenspeicher im Betrieb planen: NAS, SAN und Cloud nach Kriterien auswählen
NAS oder SAN im Vergleich nach Einsatz, Kosten und Administration
NAS oder SAN im Vergleich: Einsatz, Anschaffung von 1.500 bis 25.000 Euro netto, Administration mit 2 bis 20 Stunden pro Monat und Skalierung für KMU.
Das Wichtigste auf einen Blick
- NAS stellt Dateien über SMB und NFS bereit, SAN stellt Blöcke über iSCSI oder Fibre Channel bereit.
- Ein NAS mit 4 bis 8 Festplatten kostet netto 1.500 bis 8.000 Euro, ein SAN mit 12 bis 24 Festplatten 12.000 bis 25.000 Euro.
- Der Betriebsaufwand liegt bei 2 Stunden pro Monat für ein kleines NAS und bis zu 20 Stunden für ein ausgebautes SAN.
- Entscheidend sind die Zugriffsart der Anwendungen, das Datenwachstum und die verfügbare Administrationszeit.
- Das BSI empfiehlt getrennte Netze, feste Patchzyklen und eine regelmäßig geprüfte Datensicherung.
Wo NAS und SAN technisch auseinandergehen
Ein NAS arbeitet auf Dateiebene. Server stellen Ordner bereit, die Arbeitsplätze über SMB oder NFS einbinden. Die Rechtevergabe läuft über Freigaben und Benutzergruppen. Für Dateiablagen, Projektordner und Sicherungsziele reicht das aus. Synology beschreibt in der Produktübersicht zu NAS-Speichern Modelle vom Desktop-Gehäuse bis zum Racksystem mit Erweiterungseinheiten.
Ein SAN arbeitet auf Blockebene. Der Speicher stellt LUNs bereit, die Server wie lokale Festplatten behandeln. Jeder Server bringt sein eigenes Dateisystem mit. Solche Konfigurationen nutzen Datenbanken, Virtualisierungscluster und Anwendungen mit direktem Blockzugriff. Typisch sind redundante Controller, Pfadumschaltung und Speicherpools, aus denen sich LUNs zuweisen lassen.
Der Unterschied wirkt sich auf die Administration aus. Beim NAS verwalten Sie Freigaben und Berechtigungen. Beim SAN verwalten Sie LUNs, Zoning, Multipath und die Dateisysteme auf den angebundenen Servern. Fibre Channel benötigt eigene Switches und Kabel. iSCSI läuft über vorhandenes Ethernet, belastet dieses aber mit zusätzlichem Datenverkehr.
Vier Ausbaustufen von 4 bis 24 Festplatten
Die Ausbaustufe bestimmt den Preisrahmen. Die Übersicht ordnet typische Konfigurationen ein, jeweils netto ohne Mehrwertsteuer und ohne Betriebskosten.
Show the numbers
| Einstieg NAS | 4 |
|---|---|
| Ausbau NAS | 8 |
| Einstieg SAN | 12 |
| Ausbau SAN | 24 |
Die Spanne ergibt sich aus Festplattentyp, Redundanz und Controllerzahl. Ein NAS der Einstiegsklasse arbeitet mit vier Einschüben, die sich später oft nicht erweitern lassen. Ein SAN ab zwölf Einschüben bringt redundante Netzteile und mindestens zwei Controller mit. QNAP führt in der Produktübersicht zu NAS und Speicherlösungen Modelle mit vier bis acht Einschüben samt Erweiterungsgehäusen.
Anschaffung, Administration und Skalierung im Vergleich
Die Anschaffung ist nur ein Teil der Rechnung. Ein NAS mit acht Festplatten liegt netto bei etwa 3.000 bis 8.000 Euro. Ein SAN mit zwölf Festplatten und zwei Controllern beginnt bei rund 12.000 Euro.
Beispielrechnung: Ein NAS mit acht Platten zu je 8 Terabyte, Gehäuse und drei Jahren Herstellergarantie kostet netto rund 6.000 Euro. Vier Administrationsstunden pro Monat zu einem internen Stundensatz von 70 Euro ergeben 3.360 Euro pro Jahr. Auf drei Jahre summiert sich das auf etwa 16.000 Euro.
Ein SAN mit zwölf Platten und zwei Controllern kostet netto etwa 15.000 Euro. Hinzu kommen Fibre-Channel-Switches oder iSCSI-Netzwerkkomponenten. Zwölf Administrationsstunden pro Monat zu 70 Euro ergeben 10.080 Euro pro Jahr. NetApp beschreibt in der Produktübersicht zu SAN- und Speicherlösungen redundante Controller, Pfadumschaltung und Werkzeuge zur Kapazitätsplanung.
Bei der Skalierung unterscheiden sich beide Wege. Ein NAS lässt sich meist durch zusätzliche Platten im laufenden Betrieb erweitern. Reicht das nicht, kommt ein zweites Gehäuse hinzu, das eigene Freigaben und eigene Rechteverwaltung mitbringt. Ein SAN wächst über zusätzliche Speicherregale, ohne dass die angebundenen Server davon etwas merken. Dafür muss die Kapazitätsplanung LUNs und Dateisysteme zusammenhalten.
Auswahl in fünf Schritten
Die Reihenfolge verhindert, dass die Technik vor der Anforderung festgelegt wird.
- Zugriffsart klären: Braucht die Anwendung Dateien oder Blöcke?
- Datenmenge für 36 Monate schätzen, einschließlich Snapshots und Sicherungskopien.
- Verfügbarkeitsziel festlegen: Wie viel Ausfallzeit ist tragbar, braucht der Dienst zwei Controller?
- Administrationszeit prüfen: 2 bis 6 Stunden beim NAS, 8 bis 20 Stunden beim SAN.
- Sicherung und Netztrennung planen, bevor das System bestellt wird.
Datensicherung und Zugriffsschutz
Ein NAS wie ein SAN sind nur so sicher wie ihre Anbindung. Das BSI empfiehlt in den Empfehlungen zu Servern getrennte Netze, restriktive Zugriffsrechte und zeitnahe Sicherheitsupdates.
In der Praxis heißt das: iSCSI-Verkehr in ein eigenes VLAN, CHAP aktivieren, Managementoberflächen nicht ins Internet stellen. Snapshots ersetzen keine Sicherung, weil sie auf demselben System liegen. Eine Kopie auf einem zweiten System bleibt notwendig, ebenso eine regelmäßige Prüfung der Wiederherstellung.
Häufige Fragen
Können NAS und SAN im selben Netz laufen?
Ja, getrennt über VLANs. Der iSCSI-Verkehr sollte ein eigenes Netz erhalten, damit der übrige Datenverkehr nicht ausgebremst wird.
Wann lohnt sich ein SAN gegenüber einem NAS?
Wenn Datenbanken oder Cluster direkten Blockzugriff brauchen und zwei Controller die Ausfallzeit begrenzen sollen. Bei reiner Dateiablage bleibt das NAS günstiger.
Was kostet der Betrieb eines NAS mit acht Festplatten?
Bei vier Administrationsstunden pro Monat und 70 Euro internem Stundensatz sind das rund 3.360 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Ersatzplatten und Strom.
Wie viele Festplatten sind für den Start sinnvoll?
Vier Platten genügen für Dateiablagen bis etwa 50 Arbeitsplätze. Ab acht Platten lohnt der Blick auf Erweiterungseinheiten und redundante Netzteile.