Karte zu fünf Fragen vor dem Kauf von Datenspeichern
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Teil von Datenspeicher im Betrieb planen: NAS, SAN und Cloud nach Kriterien auswählen

Datenspeicher kaufen mit 5 Fragen vor der Anschaffung

Datenspeicher kaufen: Fünf Fragen zu Kapazität, RAID, Skalierung, Protokollen und Support, dazu Beispielgrößen von 4 bis 16 TB und Preise netto.

Das Wichtigste auf einen Blick

Fünf Fragen vor dem Speicherkauf

  • Kapazitätnutzbarer Bedarf klären
  • RAID-LevelAusfallrisiko abwägen
  • SkalierungErweiterungsschächte prüfen
  • ProtokolleSMB, NFS oder iSCSI
  • SupportGarantie und Ersatzteile klären

Frage 1: Wie viel nutzbare Kapazität braucht der Betrieb?

Kapazität lässt sich nicht schätzen, sondern zählen. Erfassen Sie das Datenvolumen der letzten zwei Jahre und den Zuwachs pro Jahr.

Rechnen Sie mit dem doppelten Jahreszuwachs, damit der Speicher drei bis vier Jahre trägt, ohne dass Sie sofort nachkaufen.

Ein Büro mit Dateiablage, Scans und einer kleinen Datenbank kommt mit 4 TB nutzbarer Kapazität aus. Wer virtuelle Maschinen, Videos oder CAD-Daten ablegt, plant 8 TB. Bei mehreren Standorten oder Archivpflicht sind 16 TB realistisch.

Nutzbar ist weniger als die Summe der Platten: Ein RAID-Verbund verliert eine oder zwei Platten an die Redundanz.

Planen Sie zusätzlich eine Sicherungskopie. Ein Speicher mit 8 TB Nutzkapazität braucht ein Sicherungsziel in vergleichbarer Größe, getrennt vom Produktivsystem.

Frage 2: Welcher RAID-Level passt zum Ausfallrisiko?

RAID 1 spiegelt zwei Platten, ist einfach und teuer pro Terabyte. RAID 5 verteilt Daten und Prüfsummen auf mindestens drei Platten und verträgt einen Ausfall.

RAID 6 verträgt zwei Ausfälle, RAID 10 kombiniert Spiegeln und Verteilen. Bei Platten ab 8 TB dauert der Wiederaufbau lange, deshalb ist dort RAID 6 oder RAID 10 die robustere Wahl.

Der Verbund schützt nur gegen defekte Hardware. Gelöschte Ordner und verschlüsselte Dateien erreichen ihn genauso wie das Produktivsystem ohne Sicherung. Das BSI beschreibt in seinen BSI-Empfehlungen zu Servern und Speichersystemen, wie Speicher, Zugriffe und Rechte abzusichern sind.

Frage 3: Lässt sich der Speicher später erweitern?

Prüfen Sie, ob das Gehäuse Erweiterungsschächte unterstützt und welche Baureihe dazu passt.

Hersteller geben an, bis zu welcher Kapazität ein Modell Platten aufnimmt und wie viele Zusatzgehäuse möglich sind. Die Produktübersicht von Synology nennt für jedes Modell Erweiterungseinheiten und maximale Laufwerkszahlen.

Wer später größere Platten einsetzt, sollte keine Mischbestückung planen. Ein Wechsel der Platten ist bei RAID 5 und RAID 6 nur nacheinander möglich, mit Sicherung vor dem ersten Tausch.

Ein Erweiterungsgehäuse kostet oft weniger als ein zweites NAS, bindet aber an dieselbe Marke und Firmware.

Frage 4: Welche Protokolle und Anschlüsse braucht das Netz?

Dateiablage läuft über SMB oder NFS. Blockbasierte Anwendungen wie virtuelle Maschinen nutzen iSCSI. Für Datenbanken ist iSCSI die übliche Wahl, für gemischte Büroumgebungen reicht SMB.

Ein Gigabit-Anschluss liefert etwa 110 MB pro Sekunde und genügt für Textdateien. Virtualisierung, Videobearbeitung und mehrere gleichzeitige Nutzer profitieren von 2,5 GbE oder 10 GbE. Das QNAP TS-464 bringt zwei 2,5-GbE-Anschlüsse mit und deckt kleinere Büros ab.

Prüfen Sie, ob Switches und Verkabelung die höhere Geschwindigkeit mitmachen. Ohne passende Verkabelung bleibt der schnellere Anschluss ungenutzt.

Frage 5: Welcher Support gehört zum Kauf?

Fragen Sie nach Garantiezeit, Reaktionszeit und Ersatzteilversorgung. Standard sind zwei Jahre, fünf Jahre kosten Aufpreis.

Wichtig ist der Vorabaustausch: Ein defektes Gerät oder Laufwerk wird zuerst geliefert, danach senden Sie das alte zurück. Ohne diese Option steht die Produktion bis zum Eintreffen der Ersatzlieferung.

Klären Sie außerdem, wer Firmware-Sicherheitsupdates einspielt und wie lange ein Modell versorgt wird. Beim Synology DS923+ stehen Garantiezeit und Erweiterungsoptionen in den technischen Daten.

Beim Kauf über Graumarkt oder ohne Rechnung fehlt dieser Anspruch häufig. Ein Systemhaus in der Region ist teurer, übernimmt dafür Austausch und Einrichtung.

Preise und Beispielkonfigurationen

AusführungNutzkapazitätPreis netto (Beispiel)
Einzelplatte mit USB-Gehäuse4 TB150 bis 250 Euro
NAS mit zwei Platten, RAID 14 TB600 bis 900 Euro
NAS mit vier Platten, RAID 58 TB1.200 bis 1.800 Euro
NAS mit vier Platten, RAID 6, 2,5 GbE16 TB2.000 bis 2.500 Euro

Diese Preise sind Nettobeträge für Gerät und Platten. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von derzeit 19 Prozent, damit liegt die 16-TB-Konfiguration brutto bei rund 2.380 bis 2.975 Euro.

Neben dem Kaufpreis zählen Stromverbrauch, Plattenverschleiß und Arbeitszeit für Updates. Ein Gerät mit 4 TB verbraucht weniger Strom als ein großes Gehäuse mit acht Platten.

Häufige Fragen

Reicht ein NAS mit 4 TB für ein Büro mit zehn Mitarbeitern?

Für Dateien, Scans und E-Mails meist ja. Kommen virtuelle Maschinen oder Videodateien dazu, sind 8 TB die bessere Wahl.

Welcher RAID-Level ist für vier Platten sinnvoll?

RAID 5 bei Platten bis 4 TB, RAID 6 bei größeren Platten oder wenn zwei Ausfälle abgesichert werden sollen.

Brauche ich zusätzlich eine Cloud-Sicherung?

Ja, wenn die Sicherung das Gebäude verlassen soll. Ein zweites Gerät am anderen Standort erfüllt denselben Zweck.

Wie lange sollte der Support laufen?

Mindestens so lange, wie das Gerät im Einsatz bleibt, also fünf Jahre bei einem typischen Beschaffungszyklus.

Was kostet ein Datenspeicher mit 8 TB netto?

Für ein NAS mit vier Platten und RAID 5 sind 1.200 bis 1.800 Euro netto üblich.

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